„Gründen ist kein Hexenwerk – es ist Herz, Hirn und Haltung. Und jede:r kann’s lernen. Du musst nur loslegen“, so die Quintessenz und gleichzeitig der Aufruf von Christine Tiedemann an Gründer*innen im Interview mit der hei.Hamburger Existenzgründungsinitiative.
Christine ist Verbundmanagerin beim Startup Port, dem Zusammenschluss der Gründungsservices von zehn Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Metropolregion Hamburg. Der Verbund bietet Teams aus Hochschulen (Studierende, Absolvent*innen, Wissenschaftler*innen) individuelle 1:1-Beratung, Workshops sowie gezieltes Networking auf dem Weg zu ihrer wissens- und technologiebasierten Unternehmensgründung – und das unabhängig davon, ob die Idee schon konkret ist oder noch entsteht. Falls die Gründungsidee nicht wissens- oder technologiebasiert ist, empfiehlt der Startup Port gern andere Organisationen wie die Handelskammer oder die Startup Unit Hamburg – denn das Gründungsökosystem in Hamburg ist vielseitig und ein starkes Netzwerk.
Kern und Ausgangspunkt, so Christine, ist die Erstberatung. Gemeinsam mit einem/einer Gründungsberatenden werden im individuellen Gespräch Roadmaps entwickelt und darüber Ideen in klare Pläne umgewandelt. Dann können Know How, Kenntnisse und Fertigkeiten über eine Vielzahl an Workshops und Trainings ausgebaut werden – über Formate wie Gründungstoolboxen, Meet & Match, Startup2Go, Founders Lunch, Co-Founders connect!, Pitch Events (etwa SANTA Roast x Pitch Night Hamburg) und Großevents wie den Hamburg Innovation Summit (HHIS).
Zudem unterstützt der Startup Port beim Navigieren durch das Hamburger Gründungsökosystem – eine für Christine wichtige Facette, damit Gründer*innen die passenden und relevanten Angebote finden. So werden Förderprogramme von den Berater*innen gezielt gefiltert und Plattformen wie die startupcity.hamburg zur Orientierung über das Gesamtangebot in der Stadt vorgestellt.
Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist für die Verbundleiterin, Gründer*innen bei der Entwicklung ihrer Unternehmenskultur, ihrer jeweiligen Rolle im Team, bei ihrem unternehmerischen Denken und ihrer Resilienz individuell zu begleiten – denn das fehlende passende Team, die Klärung der Zielgruppe und die eindeutige Validierung des Problems hinter ihrer Lösung sind häufig typische Stolpersteine auf dem Weg zur Gründung. Hier unterstützt der Startup Port mit Formaten zum Team-Matchmaking, mit Angeboten zur Entwicklung einer starken Vision und Werteorientierung und Schulungen zum Aufbau von Unternehmergeist.
Was spricht aus Sicht von Christine für Hamburg als Gründungsstandort? Hamburg ist laut Glücksatlas der Freiburger Uni eine der Städte Deutschlands mit den glücklichsten Menschen, die viele internationale Fachkräfte anzieht. Sie hat außerdem eine wachsende Startup-Community, mit einem vielseitigen Unterstützungsangebot für frühphasige Gründungsteams. Und ganz aktuell ist mit den Impossible Founders ein ganz starker Partner dazu gekommen, der optimale Bedingungen für Startups in späteren Phasen schafft.
Hamburg kann „ein echtes Zukunftslabor für Innovation und Unternehmertum“ mit „internationaler Strahlkraft“ werden, davon ist Christine überzeugt. Der Schlüssel für Innovation ist die Interdisziplinarität von Wissenschaft, Wirtschaft und Förderlandschaft. “Jede*r kann lernen, wie Gründung geht”, betont Christine. Und genau da setzt der Startup Port an – als Brückenbauer und Möglichmacher für Gründerinnen und Gründer, von der Idee bis zur Unternehmensgründung.
Das Interview wurde geführt und erschien bei hei.Hamburger Existenzgründungsinitiative.