Der neue Hamburg Startup Monitor 2026 von der Handelskammer Hamburg und dem Startup Verband zeigt: Hamburg ist ein bedeutender Startup-Standort und muss jetzt das vorhandene Potenzial nutzen, seine gewachsene Gründungsstärke gezielt in ein leistungsfähiges Ökosystem für Scaleups zu überführen.
Die zentralen Ergebnisse der Befragung
- 1.540 aktive Startups – Hamburg bleibt das drittgrößte städtische Startup-Ökosystem Deutschlands.
- 203 Neugründungen 2025 – ein Plus von 26 % und ein deutliches Signal wachsender Aktivität.
- GreenTech als Profil – 22 % der Startups sind diesem Zukunftsfeld zuzuordnen. Deutschlandweit sind es 16 %.
- Starke Internationalität – 21 % der Gründer:innen kommen aus dem Ausland, deutschlandweit sind es 13 %.
- Investitionen seit 2015: 3,3 Mrd. € – im Vergleich mit anderen Großstädten noch ausbaufähig.
Hamburg mit starkem Fundament – doch Wachstumskapital bleibt Schlüssel
Hamburgs Startup-Landschaft ist vielfältig, international geprägt und technologisch breit aufgestellt. Bei Fördermitteln und Business Angels liegt Hamburg klar über dem Bundesschnitt. Beim Wachstumskapital besteht jedoch weiterhin Handlungsbedarf. Gerade beim Venture Capital liegt Hamburg mit 23 % hinter Berlin, 43 % und München 37 %.
Internationalität: große Stärken, aber noch nicht voll genutzt
Hamburg hat eine hohe internationale Strahlkraft. Der Anteil internationaler Startups liegt über dem Bundestrend und 49 % der Gründer*innen bewerten die Stadt als attraktiv für internationale Talente, verglichen mit 40 % deutschlandweit.
Gleichzeitig zeigt die Zahl von nur 40 % englischsprachig arbeitenden Startups, dass im Alltag noch Potenzial liegt, das internationale Profil konsequenter zu leben, um die Attraktivität für globale Teams zusätzlich zu steigern.
GreenTech als Wachstumstreiber – mit weiterer Skalierungsperspektive
Das Hamburger Ökosystem verzeichnet mit 22 % einen überdurchschnittlichen Anteil GreenTechs (deutschlandweit 16 %) – u.a. mit dem Unicorn 1KOMMA5°. Das unterstreicht Hamburgs Position in der ökologischen Transformation und eröffnet die Chance, Genehmigungen und Innovationsräume noch stärker auf GreenTech auszurichten und diesen Vorteil strategisch zu vertiefen.
Wachstumskapital und Skalierung: gezielte Impulse sinnvoll
Mit 62 % bei Fördermitteln und Business Angels liegt Hamburg klar über dem Bundesschnitt. Externes, privatwirtschaftliches Kapital haben 44 % der Startups in der Hansestadt aufgenommen (39 % bundesweit). In Euro sind dies jedoch nur 3 Mrd. Euro seit 2015, die an Startups in Hamburg gingen, womit der Standort weit hinter München mit 12 Mrd. und Berlin mit 38 Mrd. liegt. Hier kann und muss Hamburg wachsen, damit ambitionierte Startups deutlich leichter den Sprung in spätere Phasen schaffen können. Gezielte Wachstumsfinanzierung kann zu einem echten Standorthebel werden und das starke Fundament mit mehr Skalierungskraft verbinden.
Transfer und Zusammenarbeit: Potenziale heben
Als starker Hochschul- und Forschungsstandort liegt für Hamburg viel Potenzial im Transfer von der Forschung in die Wirtschaft. Noch sind Hamburger Gründer*innen aus dem Hochschulumfeld weniger zufrieden mit dem Umfeld als Entrepreneure bundesweit, 74 % vs. 82 %. Der Startup Port ist bei der Beratung von Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen ein wichtiger und erfolgreicher Player. Zusätzlich ist mit den Impossible Founders ein neuer starker Partner im Ökosystem, der kraftvoll dazu beitragen kann, dass der Austausch zwischen Hochschulen, Forschung und Startups – insbesondere im Bereich DeepTech – noch enger werden kann.