Meet&Match: „Mix aus fachlicher Kompetenz und sympathischem Charakter”

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Langeweile im Lockdown, rumspielen mit Lasern und plötzlich steht die eigene Gründungsidee vor einem? Ungefähr so erging es Johannes und Jan, den Gründern des Startups VLOUW. Die beiden studieren Wirtschaftsingenieurswesen und Jura. Vor zwei Jahren kamen sie dann auf die Idee, einen kompakten UV-LED Strahler zu entwickeln, der Wasser von potenziell schadhaften Chemikalien reinigt und es dadurch trinkbar macht. Ihren Fokus legten sie dabei zunächst auf Ghana. Zum einen sahen sie hier aufgrund des hohen Bedarfs an sauberen Wasserquellen in einigen Gegenden Potenzial für ihre Gründung. Zum anderen fühlten sie sich von dem lebhaften Gründungsgeschehen vor Ort stark angezogen.

Durch diesen Fokus auf das Ausland wurden die Aufgaben allerdings schnell zu viel für nur zwei Personen. „Wir wollten als Team wachsen und junge Leute von der Uni mit reinnehmen!“. Mit diesem Wunsch erfuhren die beiden vom Meet&Match-Programm und meldeten sich kurzerhand an. Ihre Hoffnung war es, jemanden mit weiterem technischem Fachwissen zu finden, mit der*dem es aber auch auf der menschlichen Ebene „funkt“.

Beim Kick-off-Event stach einer der vielen Teilnehmenden für die beiden durch seine beeindruckende fachliche Expertise direkt hervor: Rustam, ein promovierter Physiker mit bereits Startup-Erfahrung. Er wollte an Meet&Match teilnehmen, da er außerhalb seiner Fakultät daran interessiert war „what people are doing in other fields“. Mit seinem akademischen und beruflichen Hintergrund stieß er auf die Idee von Johannes und Jan, die beide noch im Studium waren. In der ersten Phase des Kennenlernens mussten die drei in sehr kurzer Zeit einen Eindruck vom jeweils anderen gewinnen, aber auch von sich selbst vermitteln. Dabei müsse man sich total viel selber hinterfragen, sagt Rustam. Dadurch war diese Phase “not just nice for other attendees but also for yourself to clarify what you want to achieve “. In der zweiten Phase nahmen sich die drei dann mehr Zeit, um sich auf einer persönlichen Ebene kennenzulernen. „Man hat direkt gemerkt, dass die Chemie stimmt“, sagte Johannes im Rückblick auf dieses Treffen. Dadurch, dass die drei sich in so unterschiedlichen Lebensabschnitten befanden, war außerdem die reichliche Erfahrung und fachliche Kompetenz, die Rustam mitbrachte, enorm hilfreich. So war schnell klar, dass es in die nächste Runde geht. Hier sollte herausgefunden werden, wie gut man als Team zusammenarbeitet. Rustam erhielt die Aufgabe, ein Gerät zu entwickeln „to test the quality of water“. In enger Zusammenarbeit mit Jan, der für die technischen Aufgaben des Startups zuständig ist, konnte er dabei seine Skills in der Praxis zeigen und die Gründer sowohl fachlich als auch persönlich von sich überzeugen.

Schließlich startete dann die letzte Phase. Hier geht es um die „Knackpunkte“ der Gründung: Wer bekommt beispielsweise welchen Gründungsanteil und wo liegen die Zuständigkeiten jedes Einzelnen? Aufgrund der vorherigen Phasen war den dreien aber schon zu diesem Zeitpunkt klar: In diesem Team wollen wir VLOUW weiter nach vorne bringen. Deshalb war diese Etappe für sie keine Hürde mehr.

Heute ist das Startup noch um einige weitere Personen gewachsen und plant bereits ein erstes MVP (Minimum Viable Product) nach Ghana zu schicken, um es in der Praxis testen zu können. Durch Meet&Match haben die drei für sich gelernt, dass beim Gründen nicht nur die Skills der Mitstreiter*innen eine große Rolle spielen, sondern auch die persönliche Ebene. Deswegen empfehlen sie anderen Gründer*innen, im Kennlernprozess auch immer darauf Wert zulegen. „Trinkt einfach mal ein Bier zusammen!“, schlägt Johannes vor. Denn der Mix aus fachlicher Kompetenz und einem sympathischen Charakter macht für sie erst ein richtiges Match aus.

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